Gedanken zu den Beschwichtigungssignalen

Beschwichtigungssignale sind seit einiger Zeit in aller Munde. Pro und Kontra, heiße Diskussionen, völliges Unverständnis, alles nur ……. ja warum eigentlich?

Warum können wir unseren Hunden keine Kommunikation zu gestehen?

Soll jeder es nennen wie er will, aber kommunizieren tun unsere Hunde allemal. Einmal mit Nachbars Lumpi und dann eben mal mit uns. Das tut im Prinzip jedes Lebewesen, nur sehr oft verstehen wir ihre Sprache nicht. Dieses Unverständnis führt dann zum Missverständnis. Auch diesen Zustand kennen wir Menschen sehr gut. Was unser Gegenüber sagt, kommt oft nicht so an bei uns, wie es der andere eigentlich meinte. So etwas kann unseren Hunden nicht passieren. Klare Signale geben klare Kommunikation. Hier gibt es nur dann Missverständnisse wenn der andere Hund verlernt hat zu Kommunizieren oder aufgrund seiner Rasse ein eingeschränktes Kommunikationsrepertoir hat. Nehmen wir mal ein Beispiel her:

Meine Schäferhündin Mia hat seinerzeit der Hundeschule wenig abgewinnen können. Sie wurde immer langsamer in ihren Bewegungen. Sie führte Befehle zwar aus, aber es dauerte ewig. Nun kann man versucht sein zu sagen, sie braucht halt länger. Aber sobald ich die Hundeschule verlassen hatte, war ihr Tempo eigentlich ziemlich normal schnell. Sie hat mir deutlichst zu verstehen gegeben, dass sie die Hundeschule und den Drill dort nicht mag. Ich, damals noch ein Unwissender, habe es aber nicht verstanden. Zumindest hatte ich von meinem Bauchgefühl ein vages Verständnis dafür, dass sie dort nicht sein mag. Aber, wir sind jede Woche hin. 10 mal. Dann wars auch für mich genug. Sie hat zwar dort niemals etwas schlechtes von mir erfahren, aber trotzdem war es nicht der richtige Ort.

Hunde kommunizieren auch mit uns.

Heute, wo ich die Beschwichtigungssignale besser verstehe, weiß ich es besser. Ich war einmal mit Mia zum Plaudern in einer Hundeschule, und sie zeigte nach 9 Jahren das selbe Verhalten. Bloß weg hier! Langsamer Gang, gebückte Haltung, angelegte Ohren und immer ein Auge darauf, ob wir nun endlich wieder zum Auto zurückkehren.

So ganz anders als wenn wir auf neutralem Boden unterwegs sind. Sie hat eindeutig beschwichtigt. Der verlangsamte Gang alleine schon, zeigt Unbehangen an. Jeder andere Hund würde sofort das weite suchen, um aus dieser Situation zu fliehen. Dies war ihr ja nicht möglich. Die gebückte Haltung: Vorsicht, gefährlich! Und nicht zuletzt die angelegten Ohren. Wie kann man nur so blind sein und diese Zeichen nicht verstehen? Deutlichere Kommunikation von Unbehagen und Furcht können selbst wir nicht mehr leugnen, und doch passiert es allzu oft, dass der Hund in solchen Situationen noch immer nicht erhört wird.

Hunde beschwichtigen uns.

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel: ein fröhliches, entspanntes Kommando „Hier“ und mein Hund kommt wedelnd auf mich zu. Schaut mich fragend an ob ich auch ein Leckerli habe und ist sehr entspannt. Wenn ich jedoch in irgendeiner Form nicht entspannt bin und mein „Hier“ etwas forscher ausfällt, spielt sich folgendes ab. Mia beginnt zu schnüffeln. Sie kommt langsam in Kurven auf mich zu, bevor sie aber ganz bei mir ist, wendet sie sich noch mal ab um die Lage zu prüfen.

Erst wenn sicher ist, dass ich ihr auch freundlich gegenüber stehe, dann kommt sie zu mir. Es kann auch sein, dass sie einfach in sicherem Abstand stehen bleibt und wartet was als nächstes kommt. Werde ich ruhiger durch ihre Beschwichtigung, dann kommt sie gerne.

Werde ich unruhiger oder sogar grantig, dann hab ich keine Chance mehr. Ich werde ignoriert. Und das ist auch klar. Ich strahle eine Bedrohung aus. Und dort will keiner hin. Sie, lieber Leser doch sicher auch nicht, oder?

 

Autor:  Patricia Bisztron

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Ein Kommentar zu “Gedanken zu den Beschwichtigungssignalen

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