Schnüffelgärten

Die ersten Gärten sind getestet und es ist immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Hunde darauf reagieren. Begeistert sind sie alle! Während vielleicht ein Hund schon nach relativ kurzer Zeit alles erschnüffelt hat, ist ein anderer Hund (aus dem gleichen Haushalt und zur gleichen Zeit im gleichen Garten) deutlich länger damit beschäftigt, den Garten zu inspizieren. Auch wenn die Zeit, die der jeweilige Hund braucht, sehr unterschiedlich lang ist, sind dennoch bisher alle Hunde nach dem Erkunden des Gartens müde, aber absolut entspannt und glücklich! Faszinierend ist auch zu sehen, wie beispielsweise ängstliche Hunde reagieren. Die schwarz-weiße Hündin auf dem Bild hat Angst vor Spaziergängen und auch vor Kameras – sobald man diese auch nur aus der Tasche holt, verschwindet sie schnell in der nächsten Ecke. Nicht so, während sie einen Garten erschnüffelt. Hier kann sie sich in einem für sie sicheren Umfeld in aller Ruhe beschäftigen. Sie hat mehrfach in die Kamera geguckt und sehr wohl mitbekommen, dass gerade fotografiert wird – und sich nicht im Geringsten daran gestört! Das ist natürlich nur ein Beispiel und heißt nicht, dass man entspannte Situationen ausnutzen sollte, um Hunde mit angstauslösenden Reizen zu konfrontieren. Der schwarze Rüde jagt aufgrund einer Erkrankung Kondensstreifen von Flugzeugen, sobald blauer Himmel ist, ist dabei in keinster Weise ansprechbar und gerät selber in starken Streß, sobald er sich dann draußen befindet. Auch für diesen Hund ist das Schnüffeln in fremden Gärten eine Erholung – ausschließlich hier schafft er es, sich trotz Kondensstreifen auf andere Dinge zu konzentrieren und entspannt sich dabei zusehends! Um für ihn die Entspannung eine Zeit bei zu behalten, ist es für diesen Hund sehr wichtig, ihn nach Hause zu bringen, sobald er alles erschnüffelt hat, damit sein Streßlevel niedrig bleibt und er sich nicht wieder auf die Flugzeuge konzentriert. Dies sind nur zwei Beispiele, die aber deutlich zeigen, wie unterschiedlich, aber durchweg positiv eine olfaktorische (geruchliche) Erkundung eines neuen Gebietes auch auf Hunde wirken kann, die auch durch Verhaltensprobleme im Alltag ansonsten häufig allein von ihrer Umwelt gestresst und/oder in Angst versetzt werden.

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