Hunde im Gleichgewicht

Hunde im Gleichgewicht bekommen wir dann, wenn wir als Mensch auf die Bedürfnisse unserer Hunde achten.

Entspannte Spaziergänge

Wichtig für Hunde sind entspannte Spaziergänge mit viel Ruhe und Erholung in der Natur. Eines seiner instinktiven Bedürfnisse ist das Schnüffeln, Stöbern und Erkunden der Umgebung. Dazu braucht er Zeit und Menschen, die die Geduld mitbringen, einfach einmal stehen zu bleiben . Auch kann es für den Menschen sehr bereichernd sein, nachzuempfinden, wie spannend und gleichzeitig beruhigend es ist, mit der Nase einen Grashalm rauf und runter zu beschnüffeln . Bitte merken Sie sich als Besitzer: weite Spaziergänge sind nicht immer notwendig und es muss nicht immer gerannt werden – auch Schnüffeln macht müde und zufrieden.

Ruhe und Entspannung

Neben den entspannten Spaziergängen, ist es sehr wichtig, dem Hund bewusst Zeit zum Relaxen zu geben. Der Nachmittagsschlaf ist ebenso wichtig, wie die Entspannungsmassagen vom Besitzer abends in aller Ruhe und gemeinsames Meditieren draußen in der Natur, z.B. bei einer Bank.

Der Hund braucht seinen Schlaf, um die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Lassen Sie ihn z.B. nicht ständig mit den Kinder rumsausen. Das scheint beiden viel Spaß zu machen, jedoch ist Ruhe für den Hund enorm wichtig für sein seelisches und hormonelles Gleichgewicht, was wiederum sein Immunsystem stärkt und ihn weniger krankheitsanfällig macht. Im Artikel von Sonja Hoegen erfahren Sie mehr über das Ruhebedürfnis der Hunde.

Geistige Anregung

Nutzlosigkeit, Langeweile und Traurigkeit bis hin zu Depressionen entsteht bei Hunden – genauso wie bei uns Menschen – wenn keine Aufgaben und Strukturen im Leben sind. Für die Ausgeglichenheit Ihres Hundes ist es wichtig, dass Sie ihm geistige Anregung and artgerechte Beschäftigung – eine Aufgabe – geben.

Geben Sie Ihrem Hund artgerechte Aufgaben, die nur er durch seine herausragenden Sinne lösen kann und sein Selbstbewusstsein wird gestärkt. So kann er Ihnen z.B. helfen beim Wiederauffinden Ihres verlegten Schlüssels, den Rückweg finden, wenn Sie sich im Wald verlaufen haben. Oder lassen Sie ihn die Kinder wiederfinden, die sich im Wald versteckt haben. Alles Dinge, wobei er Ihnen helfen kann.

Oder regen Sie ihn durch kleine geistige Hundespiele an. Und trainieren Sie mit ihm wirklich Sinnvolles, wie z.B. lockeres Leinegehen, Herkommen und Ihnen nachzufolgen oder bei Ihnen zu bleiben. Und zwar immer in einer ruhigen und entspannten Lernatmosphäre. Es geht darum, dass Ihr Hund lernt (und auch Sie lernen), dass Lernen Spass macht. Zum anderen helfen diese Dinge oft Verhaltensprobleme wie unnötiges Jagen oder aufgeregtes Bellen zu reduzieren.

Auch gibt es auf dem Hundespielemarkt wunderbare Holz-Schnüffelspiele, z.B. von Nina Ottoson. Die Hunde erschnüffeln die Nahrung und müssen sich geistig damit auseinander setzen, wie sie zur Nahrung kommen. Empfehlen möchte ich dazu auch die Bücher von Christine Sondermann.

Die Nasenarbeit ist eine ebenso wertvolle Arbeit für die Hunde, weil sie dadurch ihr Selbstbewusstsein trainieren. Sie machen etwas für die Menschen, was diese nicht können – und können gleichzeitig ihre Instinkte Schnüffeln und Erkunden ausleben. Die gemeinsame Freude am Ziel des zu suchenden Objekts ist eine zusätzliche Belohnung. Einen tollen Einstieg in die positiv aufgebaute Nasenarbeit bietet das Buch „Spurensuche“ von Anne Lill Kvam.

Bitte beachten Sie immer, dass diese Form der geistigen Arbeit für die Hunde auch sehr anstrengend ist. Bitte übertreiben Sie es nicht. Weniger ist oft mehr.  Mit genügend Pausen, in denen Ihr Hund immer wieder zu Ruhe kommen kann, werden Ihr Hund und Sie riesigen Spaß an der Beschäftigung haben.

Vollwertige natürliche und artgerechte Ernährung

Neben der Beschäftigung und Ruhe trägt auch eine artgerechte Ernährung zum Gleichgewicht der Hunde bei. Magen und Darm des Hundes sind auf die Verdauung von überwiegend Fleischnahrung ausgerichtet. Betrachten wir die Verdauung des Vorfahren des Hundes, die des Wolfes, wird klar, dass eine ausgewogene Nahrung für den Hund vorwiegend  aus rohem Fleisch und geringen Anteilen von schon verdauten Gräsern besteht. Getreide kommt gar nicht vor.

Bis vor 60 Jahren gab es kein Industrie-Fertigfutter für die Tiere.. Hunde haben sich von dem ernährt, was sie gefunden haben. Sie haben sich instinktiv das rausgesucht, was für sie richtig war.

Durch die hoch industrialisierte Nahrung gibt es nachweislich immer mehr Allergien und Intoleranzen im Organismus. Dies wiederum führt zum Unwohlsein und sogar Verhaltensproblemen. Vielleicht kennen Sie es selbst? Wenn Sie zu viel Milch, blähende Nahrungsmittel oder etwas, was sie nicht vertragen zu sich genommen haben? Gut geht es Ihnen dann nicht. Und es überträgt sich auf Ihr Gemüt. Zu diesem Thema empfehle ich das Buch „Katzen würden Mäuse kaufen“, welches sich mit dem Thema der Industrienahrung beschäftigt.

Ernähren Sie Ihren Hund hochwertig und artgerecht, trägt es zu langer Gesundheit, Stressresistenz und zur Ausgeglichenheit bei. Hunde sind CANIDEN, also fleischfressende Säugetiere.

Die Hundenahrung sollte daher bestehen aus Fleisch, Innereien, Knorbel, püriertem und ggf. gekochtem Gemüse und Obst und wenn es der Hund verträgt aus rohen Knochen. Das Fleisch sollte möglichst roh gefüttert werden. Getreide ist nicht umbedingt notwendig. Möglicherweise kann ein Hund f Mais oder Weizen sogar allergisch reagieren. Leine-, Oliven oder Rapsöl runden die Nahrung ab.

Bitte informieren Sie sich in den Heftchen BARFEN von Swantje Simon über die richtige Zusammenstellung der Roh-Ernährung.
Wenn es doch mal „fast-food“ sein soll und Sie nicht alles zusammenstellen möchten, dann gibt auch sehr gute Hundenahrung mit hochwertigem Fleisch u.a. von Herrmanns oder Lunderland in der Dose.

Verständnisvolle Beziehung

Verstehen Sie Ihren Hund wirklich? Ihr Hund tut es. Wäre es nicht wundervoll, wenn Sie mehr von seiner körpersprachlichen Kommunikation verstehen würden. Beschäftigen Sie sich mit den Beschwichtigungssignalen, mit der Friedenssprache der Hunde und Sie werden eine neue Beziehung zu Ihrem Tier aufbauen. Sie werden sehen, was er mitteilen möchte und Sie können gezielter auf seine Bedürfnisse reagieren. Lesen Sie dazu auch die Gedanken zu den Beschwichtigungssignalen.

Hunden geht es gut, wenn die Besitzer einfühlsam auf das Gleichgewicht zwischen Ruhe, Beschäftigung und Ernährung eingehen. Oft überfordern wir Hunde, indem wir sie überbeschäftigen. Ein Tag mit dem Einkauf in der Stadt, eine 3 Stunden Bergtour und ein wildes Spielen mit dem Nachbarhund oder den Kindern ist für die meisten Hunde zuviel. Ihre überaus feinen Sinne können all die Eindrücke nicht mehr verarbeiten. Sie reagieren mit Stress-Signalen.

Deutlich Stress-Signale sind z.B. vermehrtes Gähnen und Kratzen. Wenn der Stress zu viel wird reagiert der Hund auch mit  mit Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitlichen Problemen. Wichtig ist es daher seinen Hund zu kennen und einschätzen zu können, wann es zu viel wird. Um dies zu können, sollten sich die Besitzer mit der nonverbalen Kommunikation der Hunde auseinandersetzen.Insbesondere über die eben genannten Beschwichtigungssignale vermitteln uns die Hunde, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen. Kann der Besitzer diese Erkennen und die Situation richtig einschätzen, kann er seinem Hund aus der Situation helfen bzw. ihn Stück für Stück an unbekannte und zunächst ungute Situationen gewöhnen. Welche Beschwichtigungssignale es gibt, wird in dem Buch „Die Beschwichtigungssignale der Hunde“ von Turid Rugaas wunderbar dargestellt.

Erst durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse des anderen, ist eine echte Verständigung möglich, die auf Vertrauen und gegenseitigem Verständnis aufbaut.

Starke Persönlichkeit des Besitzer

Erfolgreiche Hundeerziehung beginnt bei Ihnen. Der Hund spürt Ihre Unsicherheit – riecht Ihre Angst – hört Ihr ängstliches Vibrieren in der Stimme und hört den schnelleren Herzschlag. Ihr Hund als Spiegel Ihrer inneren Themen zeigt immer wieder die gleichen Verhaltensweisen, wenn nicht sie bei sich anfangen etwas zu ändern.

Hunde sind das Stimmungsbarometer der Familie. Ist etwas im Ungleichgewicht, nimmt dies der Hund mit seinen feinen Antennen auf. Daher ist es für die Hunde sehr wichtig, dass auch der Mensch sich um sein inneres Gleichgewicht kümmert. Wichtig ist es insbesondere in den für den Hund stressigen Situationen Ruhe und Gelassenheit zu wahren.

Üben Sie sich durch Meditationen oder z.B. durch bewusstes Atmen oder östliche Entspannungssportarten wie Yoga oder QiGong darin, mehr in die Entspannung zu kommen oder powern Sie sich im Sport aus. Lassen Sie den Alltag hinter sich bevor Sie mit dem Hund raus in die Natur gehen.

Und wenn Ihnen mal etwas ganz zu viel wird, sie ein Thema nicht mehr loslässt und sie es im Alltag mit Ihrem Hund herumtragen, gönnen Sie sich ein Persönlichkeitscoaching. Im Coaching können dann Blockaden und Themen zum Vorschein kommen und bearbeitet werden, um wieder entspannter mit dem Hund umzugehen. Auch können in einem Coaching bestimmte immer wiederkehrende stressige Situationen mit dem Hund, wie zu.B. das Anbellen von fremden Hunden, die Aufregung bei Katzen und Vögel, mental neu „eingeübt“ werden. Ihre Ruhe unterstützt den Hund selbst entspannter mit Begebenheiten umzugehen.

Alles in Allem

Lernen Sie von Ihrem Hund die Natur wieder zu entdecken. Nehmen Sie teil daran, wie spannend und beruhigend es ist, sich ein paar Minuten einem Grashalm zu widmen und diesen mit der Nase auf und ab zu beschnüffeln. Gehen Sie in einen Schnüffelgarten – www.schnüffelgärten.de. Lassen Sie Ihren Hund aufregende Leckereien entdecken, die sie vorher auf dem Spazierweg versteckt haben. Klettern Sie mit Ihrem Hund über Baumstämme und genießen die Ruhe im Wald. Lauschen auf die Vogelstimmen und hören das Knacken der Äste unter ihren Schuhen. Schauen Sie ihm zu, wenn er Äste beknabbert und sich einfach wohl fühlt.

Schauen Sie mit Ihrem Hund in die gleiche Richtung!

Und das alles an einer lockeren Leine. Übernehmen Sie die Verantwortung bei Hundebegegnungen und gestalten Sie diese für Ihren Hund entspannt.

Lernen sie zu erkennen, wann Ihr Hund Ruhe braucht. Wann eine Pause nötig ist. Helfen Sie ihm, wenn die Kinder mal wieder zu viel mit ihm getobt haben. Machen Sie es sich bei einer gemeinsamen „Swedish Massage“ gemütlich oder lassen Sie Ihren Hund einfach mal für sich auf seinem Lieblingsplatz relaxen.

Lernen Sie Methoden, um in angespannten Situationen bei sich zu bleiben und Ruhe auf Ihren Hund auszustrahlen. Mit klaren inneren wie äußeren Signalen wird der Hund anfangen, neue Verhaltensweisen zu zeigen.

copyright Bettina Almberger

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