Wieso knurrt ein Hund

(von Andrea Hartmann)

Anlässlich der Sendung „Der Hundeflüsterer“ mit Cesar Millan,

die von dem Sender Sixx im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, möchte ich mich in Kürze der Frage widmen  „Wieso knurrt ein Hund“:

  1. der Hund möchte mehr Abstand zwischen sich und den Auslöser (das kann ein Mensch, Hund oder Sonstiges sein) bringen
  2. der Auslöser soll mit dem, was er gerade tut aufhören
  3. zuvor wurden häufig viele körpersprachliche Signale vom Hund gesendet
  4. diese wurden vom Menschen nicht erkannt, der Hund zeigt nun akustische Signale, das Knurren.

Mehr ist es also erst einmal nicht !!!

Wichtige Überlegungen sind nun:

  1. in welcher Situation hat der Hund geknurrt?
  2. gab es Zeichen die übersehen wurden?
  3. wie kann ich verhindern, dass der Hund es nötig hat zu knurren?
  4. wie kann ich die Situation nächstes mal für den Hund so gestalten, dass er damit zurecht kommt?

Wer ist hier gefragt?

  1. eindeutig der Mensch
  2. Analyse des Geschehens durch einen mit positiver Bestärkung arbeitenden Hundetrainer

Ist Bestrafung das richtige Mittel?

  1. die Antwort lautet ganz klar „NEIN“
  2. Strafe kann evtl. eine Verhaltensänderung bewirken, aber niemals eine Gefühlslage verbessern.

Der Hund kann durch Bestrafung in diesen Situationen zur echten Gefahr werden, denn:

  1. die zu Beginn gezeigten Signale, die vom Menschen nicht wahrgenommen wurden, zeigt er evtl. nicht mehr, da sie ignoriert wurden
  2. statt dessen knurrt er gleich
  3. nun wird er für das Knurren bestraft
  4. evtl. hört das Knurren auf, er zeigt es in Zukunft nicht mehr
  5. statt Knurren zeigt er Abschnappen
  6. wieder wird er bestraft
  7. was kann der Hund nun noch tun? Evtl. beisst er das nächste Mal ohne Vorwarnung zu.

Nun denkt bitte alle noch mal über den oberen Teil dieses Beitrages nach.

„Wieso knurrt ein Hund“ und fragt euch ob Strafe wie sie in der Fernsehsendung gezeigt wird zu einer dauerhaften Verbesserung des Verhaltens und der Gefühlslage des Hundes beiträgt.

Ich denke nun kann es jeder ganz klar und eindeutig mit „NEIN“ beantworten.

Fazit:

Auch wenn eine Sendung im Fernsehen ausgestrahlt wird oder wenn ein Autor ein Buch schreibt, heisst das nicht, dass dieses was ich dort sehe oder lese richtig und gut ist.

Fragt euch stattdessen als Hilfe bitte, „wie würde ich mich fühlen, wenn ich an Stelle dieses Hundes wäre“.

Wenn ihr diese Frage mit „ich würde mich gut fühlen“ beantworten könnt, ist das evtl. der richtige Weg.

Wenn ihr jedoch sagt „ich würde mich schlecht fühlen“, dann lasst es bitte eurem Hund zu liebe sein.

copyright Andrea Hartmann
Artikel von Andrea Hartmann

eingestellt durch Bettina Almberger.

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