Was dem einen gut und teuer, ist dem anderen gar nicht recht!

Immer wieder darf ich mich mit unterschiedlichen Trainingsansätzen auseinander setzten. Kunden kommen und meinen: „ Der Soundso macht das aber ganz anders“, oder „Die Frau X hat mir glaubhaft versichert, diese Methode funktioniert“ .

Selbstverständlich, sage ich dann, aber mein Ansatz ist eben so. Warum ich es so mache? Weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe und weil es funktioniert!

Zum einen bringt jeder Trainer in das Training nicht nur Methoden ein sondern auch seine eigene persönliche Erfahrung in der Umsetzung und vor allem seine Persönlichkeit. Und zum anderen setzt jeder Trainer die ihm zur Verfügung stehenden Methoden auch in abgeänderter Form ein – so wie es eben gerade notwendig ist. Es gibt keine Checkliste nach der ich ein Mensch-Hund-Team trainieren kann. Es gilt Hund und Mensch als Einheit zu erkennen und die Interaktionen zu deuten. Darauf basiert dann das Training. Eine Kleinigkeit genügt sehr oft um dem kleinen Rädchen eine andere Richtung zu geben.

Das ist der Unterschied. Wenn ich also einen jagenden, bellenden oder knurrenden Hund nicht gleich auf der Stelle zur Ordnung rufe, heißt das nicht, dass ich mir auf der Nase herumtanzen lasse. Ich habe einen anderen Ansatz. Gelassenheit, Ruhe und ein geordnetes Umfeld ist für mich das Um und Auf. Und natürlich auch dem Grund für das Verhalten auf die Spur kommen. Sehr oft haben Verhaltensgenialitäten ganz andere Hintergründe als fehlendes Gehorsamkeitstraining.

Sehr oft begegne ich Menschen die ihre Hunde überfordern und vice versa. Für mich ist es dann wichtig, erst mal Ruhe einkehren zu lassen, damit beide Teile bereit sind meine Ratschläge zu verstehen, zu bearbeiten und umzusetzen. Nur so kann ich auch erkennen, wo der Kern der Ursache liegt.

Das ist mein Ansatz. Und andere Trainer, haben andere Ansätze. Deren Werte, Methoden und Möglichkeiten sind keineswegs besser oder schlechter – sondern einfach anders. Und das ist sehr schön und wichtig. So findet jeder den passenden Trainer für sich selbst und für seinen Hund. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir alle die Freiheit haben, unter so vielen Möglichkeiten zu wählen.

Auch wenn täglich im Fernsehen die einzig wirkungsvollen Ansätze propagiert werden, der Hund ist für mich ein Individuum und daher auch als solches zu sehen. Ebenso der der Mensch am anderen Ende der Leine.

Wie finde ich nun den Richtigen:

Den einzig wahren Trainer gibt es nicht. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Fragen Sie nach Spezialisierungen, Erfahrungen. Fragen Sie nach persönlichen Anschauungen und Werten die auch Ihnen wichtig sind. Fragen Sie nach Ansätzen des Trainings und deren Umsetzung. Vor allem achten Sie auf Ihr Gefühl. Nehmen Sie den Erfolg selbst in die Hand und begeben Sie sich nicht  in eine Abhängigkeit. Holen Sie sich all das bei den Spezialisten ab, was Sie gerade benötigen. Und wenn Sie das Gefühl haben, Sie möchten weitergehen, ist das völlig okay.

Vielleicht sind Sie jetzt an einem Punkt angekommen, wo die Worte des Trainers Sie nicht erreichen, Sie selbst Bestimmtes nicht verstehen können. Vielleicht kann der Trainer Ihre Erwartungen nicht mehr erfüllen. Vielleicht passt auch einiges was der Trainer mit Ihrem Hund macht, nicht mehr zu Ihnen.

Bei all diesem Gedanken, bitte verurteilen Sie diesen Trainer nicht, er hat Sie ein Stück auf Ihrem Weg mit Ihrem Hund begleitet und Ihnen neue Erfahrungen und neue Möglichkeiten geschenkt.

Bedanken Sie sich für die Erfahrungen und ziehen Sie weiter, wenn es notwendig ist.

Darüber sollten Sie nachdenken, wenn Sie das nächste Mal einen neuen Trainer für sich und ihren Hund suchen und nicht darüber, ob dieser Trainer auch genau das macht, was in einem Buch als „die einzig erfolgreiche Methode“ angepriesen wurde.

Noch ein Wort zum Schluß: ich spreche hier außschließlich von positiven Trainingsmethoden. Alles was einem Hund physischen oder psychischen Schmerz zufügt lehne ich ab und würde Ihnen raten so schnell wie möglich einen anderen Trainer zu suchen.

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