Ein toller Tag im Tierheim Ternitz

Letzten Samstag war Anne Lill Kvam mit ihren StudentInnen, die derzeit eine Trainerausbildung bei ihr absolvieren, bei uns im Tierheim Ternitz in Niederösterreich.

Anne Lill ist eine der führenden internationalen Hundetrainerinnen aus Norwegen. Ihr Spezialgebiet ist Nasenarbeit. Sie hat viele Jahre in Angola Minensuchhunde ausgebildet.

Die Aufgabe der StudentInnen war es, den Hunden etwas geistige Beschäftigung zu verschaffen. Sie bereiteten ein enriched environment vor. Die vielen StudentInnen hatten verschiedenste Gegenstände vorbereitet und im Garten verteilt. Es war für jederhund etwas dabei: zum schnüffeln, zum essen oder auch zum spielen und herumtragen. Alle Hunde haben freudig mitgemacht.

Enriched environment ist frei übersetzt eine „angereicherte Umgebung“. Hier werden Gegenstände aus einer fremden Umgebung dargeboten. Oder Dinge des Alltags in veränderter Form – z.B. ein Sessel kopfüber. Gerüche sind ebenso interessant. Dargeboten an Hölzern, Socken oder in Dosen macht das schnüffeln so richtig Spass.

Wieviel Spass alle hatten kann man hier an den Bildern sehen.

1King 2King

King, unser absoluter Liebling, ist nach einem Unfall erblindet. Er hatte so viel Spaß mit dem Spielzeug und konnte sich nicht entscheiden welches er nun nehmen soll. So hat er einfach Beide geschnappt. Welch eine Freude.

 

Angie, die 11 Jahre alte Vizsla-Hündin war voll auf begeistert von dieser Abwechslung des Alltags im Tierheim.

 

Mädi6

 

Mädi, auch 11 Jahre alt, war die Einzige die sich unter die Decke gewagt hat, und hat dort natürlich ein paar kleine Leckerlies erschnüffelt. Ein voller Erfolg. Für Mädi war dies eine Abschiedsparty. Sie durfte am nächsten Tag in ein neues zu Hause übersiedeln. So wird sie das Tierheim hoffentlich in guter Erinnerung behalten.

 

Mädi und ihr Freund Teddy verfolgen gemeinsam eine Spur.

8Teddy

Teddy war jedoch mehr an den Futterbeuteln der StudentInnen interessiert.

 

 

10Atesch

 

Atesch, 11 Monate war zu Beginn noch etwas vorsichtig beim beschnüffeln der Gegenstände. Letztendlich siegte jedoch die Neugierde!

 

11AronAron, 11 Jahre alt, ist erst seit kurzem im Tierheim und deutlich verunsichert über das enriched environment. Nach einer Zeit der Orientierung ist er aber mit Begeisterung am schnüffeln und erforschen.

 

14RudiRudi, auch erst seit kurzem im Tierheim war zu Beginn mehr an den Personen interessiert. Doch dann haben ihn die Gerüche „überwältigt“ und er erforschte voller Neugierde das enriched environment.

 

17Chayenne16Chayenne

 

Chayenne, die schon länger im Tierheim wartet, hatte sichtlich Freude an dieser Abwechslung.

Die Steine aus dem Wasserschildkröten-Aquarium hatten es ihr besonders angetan. Was für ein Wohlgeruch!!

Das enriched environment ist eine einfache, sehr effektive Möglichkeit jedem Hund etwas Abwechslung im Alltag zu bieten. Fremde Gerüche, fremde Gegenstände erkunden, steigert zum einen die Lösungskompetenz eines Hundes, da er mit neuen Dingen konfrontiert wird und diese in einem gesicherten Rahmen kennen lernen kann. Und zum anderen sind die Gehirnzellen gefragt, Neues zu erkunden und in das Repertoire „kenn ich schon“ aufzunehmen.

Es ist für jeden Hund geeignet. Es bietet Abwechslung und bietet eine gute geistige Auslastung ohne zuviel Stress im Hund aufzubauen. Die älteren Semester unter den Hunden, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und kaum noch Möglichkeiten haben neue Umgebungen zu erkunden, können so auch im eigenen Garten oder im Wohnzimmer noch Neues erfahren. Auch ängstliche Hunde haben mit dem enriched environment im Haus oder im Garten die Möglichkeit sich langsam an Unbekanntes heranzutasten. In ihrem eigenen Tempo und ohne Druck.

Vielen Dank an Anne Lill Kvam und die StudentInnen die das alles möglich gemacht haben.

Autor: Patricia Bisztron
Bilder: Bettina Wernisch

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