Das Ruhebedürfnis von Welpen

Ich fange gleich mal mit einem Vergleich an.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Mutter oder Vater geworden. Da ist dieses wunderbare Baby, das unsere volle Aufmerksamkeit braucht. Unser Instinkt sagt uns, dass es viel Ruhe und Schlaf braucht. Würden Sie je auf die Idee kommen, es mitten aus dem Schlaf zu reißen um dann mit ihm/ihr zu spielen oder einen Ausflug zu machen? Nein, das würden Sie ganz sicherlich nicht. Eher gehen Sie wie auf rohen Eiern, damit es ja nicht aufwacht. Sie wissen nämlich bereits, wenn das Baby nicht genug Schlaf bekommt, dann wird es sehr unleidlich.  Er oder sie wird weinen und quengelig sein, und Sie werden es kaum beruhigen können.

Sie sind nun hoffentlich gut eingestimmt um den nächsten Schritt zu gehen.

Welpe

Wenn nun so ein Welpe mit 10 Wochen bei uns einzieht, so lässt sich das sehr gut vergleichen mit einem Baby von 10 Monaten. Abgesehen davon, dass der Welpe nun zum ersten Mal ganz alleine zurechtkommen muss, weil er nun von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt wurde – was an sich schon ziemlich belastend ist, ist der Welpe nun mit gänzlich neuen Dingen konfrontiert.

Er lernt ständig neue Menschen kennen, die Umgebung ist fremd und muss erst erkundet werden, der Tagesablauf ist nun anders organisiert als früher und vieles mehr.

All diese neuen täglichen Herausforderungen strengen den Welpen sehr an und um die neuen Eindrücke zu verarbeiten braucht er viel Ruhe und Schlaf.

Geben Sie dem Welpen die Möglichkeit, ohne Störungen von außen, sich zurück zu ziehen, wann immer er es braucht. Es ist nicht notwendig den Welpen in eine Box zu sperren. Selbstverständlich können Sie ihm eine anbieten, aber ich würde ihn nie dort einsperren. Er sollte frei wählen können. Meistens genügt schon ein nettes Plätzchen in der Nähe seiner Menschen, jedoch abseits der frequentierten Wege im Haushalt, um dem Welpen die Möglichkeit zu geben zu ruhen und zu schlafen.

Sehr oft suchen Welpen die Nähe der Bezugsperson. Nur dort fühlen Sie sich sicher und geborgen und finden die nötige Ruhe um zu schlafen. Nutzen Sie diese Zeit um ein Buch zu lesen, oder einfach mal zu entspannen und den Neuankömmling zu genießen.

Besonderes Augenmerk soll jeder Hundebesitzer darauf legen, dass der Welpe oder auch später der erwachsene Hund sich zurückziehen darf, wann immer er möchte, ohne dass der Welpe oder erwachsene Hund daran gehindert wird. Er sollte an seinem Ruhe- und Schlafplatz nicht gestört werden, weder durch Kinder, neue Besucher oder auch von einem selber. Hier ist absolute Entspannung erlaubt und keiner stört. Dieses Verhalten zu unterstützen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen entspannten Hund, der für den Alltag gewappnet ist. Denn nur wer ausgeschlafen ist, kann sich mit neuem Elan den Herausforderungen des Alltags stellen.

Wieviel Stunden sind hier angebracht und notwendig?

Bei einem Welpen reden wir von 18 bis 22 Stunden. Bei einem erwachsenen Hund liegt es so zwischen 16 und 20 Stunden. Hier kann alles mit eingerechnet werden, was der Tag an Ruhephasen bietet.

– Sie arbeiten am Computer und der Hund döst zu Ihren Füßen.

– Sie schauen mit der Familie am Abend fern und Ihr Hund liegt auf seinem Plätzchen und schläft.

– Sie fahren mit dem Auto vom Spaziergang heim und Ihr Hund ruht.

– Sie lesen ein gutes Buch und Ihr Hund kuschelt neben Ihnen und döst vor sich hin.

All das ist in den vielen Ruhestunden mit dabei und sorgt dafür, dass Sie einen ausgeglichenen Begleiter haben. Denn auch nur ein ausgeschlafenes Baby ist gewappnet für die Anforderungen des Lebens. Für all die schönen Dinge die es zu entdecken gilt.

Autor: Patricia Bisztron

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